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F50 - Brühgruppe fährt keinen Zyklus, sondern nur auf und ab
#1
Ich habe eine ältere F50 hier, die ich schon mal erfolgreich repariert und gewartet habe. Daher kenne ich mich damit aus, die Brühgruppe komplett zerlegen und wieder richtig zusammen setzen zu können.

Jetzt geschah erstmalig Folgendes:
Nach der Montage befand sich die Brühgruppe in einer undefinierten Stellung, sodass die Maschine zuerst eine "Positionserkennungsfahrt" macht. Dies erreiche ich, indem ich den Mikroschalter zur Erkennung des Abfallbehälters mit einem Schraubendreher betätige.

Die Brühgruppe lief mehrfach hin und her und der Motor zeigte ein auf starke Belastung hinweisendes Geräusch an einem Ende der Fahrt der Brühgruppe.

Ich öffnete die Seitenwand und Deckplatte, um mir das anzusehen. Resultat: Die Presszylinder fahren immer nur senkrecht rauf und herunter und die Führung mit den Gleitlagern scheint wirkungslos zu sein, sodass der untere Teil nicht heraus schwenkt in die typische "Kurvenfahrt".

Ich baute alles wieder aus und prüfte, ob ich alles genau und richtig zusammen gebaut habe. Alles war OK. Ich drehte das weiße Zahnrad zur Kontrolle und der Teil mit dem unteren Zylinder schwenkte genau so ein (Kurvenfahrt), wie es die beiden seitlichen Führungen vorgaben.

Alles zusammen gebaut und: der Fehler blieb bestehen!

Letzter Versuch: Ich brachte die Brühgruppe vor Montage manuell in die korrekte Grundposition = unterer Zylinder nach unten, sodass ggfs. Kaffemehl eingefüllt werden kann. Wie üblich, begann die Maschine auch bei diesem Start damit, den ganzen Bewegungsablauf eines Zyklus in der Brühgruppe auszuführen. Und prompt blieb sie wieder mit dem Fehler blockiert, dass der untere Zylinder nicht heraus schwenkt, sondern nur senkrecht herauf und herunter fährt.
Am unteren Punkt, also da wo das Schwenken beginnen sollte, erfolgt kein Schwenken, sondern eine Blockade. Aus dieser Blockade fährt der Zylinder dann wieder nach oben. Nach paar Wiederholungen geht die Maschine dann auf Störung.

Erneut habe ich alles demontiert und mir die Teile der Brühgruppe und besonders die Gleitlager und deren Führungen in den seitlichen Kunststoffteilen angeschaut. Selbst bei kritischer Betrachtung sehe ich keine Verschleißerscheinungen oder Verformungen, die eine erfolgreiche "Kurvenfahrt" des unteren Zylinders verhindern könnte.
Alle Dichtungen sind neu und gut mit Silikonfett gefettet.

Fragen:
Hat jemand schon einen ähnlichen Fehler gehabt und den beheben können und was war die Ursache?
Welche Dinge sollte ich noch einmal überprüfen?
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#2
Probiere Widerstand Hacken nach zu biegen. Mussten erst warm gemacht werden


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#3
Ja, diese Widerstandshaken sind mir bekannt. Ich sehe da keine Abnutzung. Ich hatte eine noch ältere Jura Exx und da habe ich die leicht verschlissenen Haken erwärmt und versucht, vorsichtig zu biegen. Ist sogleich abgebrochen! Brühgruppe kaputt.
Das Erstaunliche ist ja, dass diese Haken funktionieren, solange ich die Brühgruppe in der Hand halte und das weiße Zahnrad drehe.

Übrigens habe ich soeben versucht, während die Maschine läuft, gegen die Kunststoff-Fläche zu drücken, die unten zum Abfallbehälter zeigt. Damit half ich dem unteren System, "die Kurve zu kriegen". Und das funktionierte sofort und der Bewegungsablauf war wieder normal... aber nur für diesen einen Ablauf. Danach hing die Maschine gleich wieder in der unteren Position fest.

Wenn es an den Haken liegt, dann müsste ich eine Hilfskonstruktion basteln, mit der diese Haken  nach außen in Richtung auf die Gleitlagerbahn gebogen werden. Ca. 2 bis 3 Zehntel Spiel würden dafür auf der Innenseite zur Verfügung stehen.

Ehrlich gesagt bin ich aber mit der Jura mit dieser Maschine endgültig fertig. Ich kaufe nie wieder eine. Und wenn ich die F50 nicht wieder fit bekomme, geht auch die in den Müll. Das Material ist weitgehend hervorragend. Aber die Konstruktion ist weder pflegeleicht noch wartungsfreundlich betr. Montage. Es ist zum Fingerbrechen. Da lob ich mir doch Maschinen wie die De Longhi oder Krups.
Eine Freundin gab mir vor einiger Zeit eine E45 zur Wartung, neue Dichtungen und so. Sie hat extrem auf Sauberkeit und Pflege geachtet. Ja, alle zugänglichen Teile waren auch sauber. Und weil sie meiner Empfehlung gefolgt war, sofort nach Benutzung die Abfallschale heraus zu ziehen und den Schacht für Kaffemehl geöffnet hat, war keine Schimmelbildung in der Maschine auf den Seitenwänden usw.
Aber unten das Ventil an der Brühgruppe, der Auslaufschlauch für den Kaffee oben an der Brühgruppe, Teile am Auslass des Mahlkwerks: alles dick verkrustet und verschimmelt. Wenn sie das gesehen hätte, würde sie evtl. gar keine Kaffeemaschine mehr in Betracht ziehen. So etwas habe ich bei anderen Maschinen nie gesehen.
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#4
Hallo,

Die Haken soll man ja keinen cm raus biegen, sondern vielleicht 1mm. Und auch erwärmen vor dem Biegen.
Es hat jede Maschine seine Vor- und Nachteile. Aber Krups?  Das ist eine Marke, die ich nicht anfasse, außer die alten mit Jura Innenleben.
Ich habe auch schon Maschinen mit entnehmbarer Brühgruppe gesehen, die komplett verschimmelt waren. Bei Delonghi kommt man je nach Modell auch nicht überall ran, ohne Die Maschine zu öffnen.
Ein Video wäre hilfreich, damit man mal sieht, was die Maschine macht und wie sie sich anhört.
Am Ende sind wir hier um zu helfen. Uber die Pflege muss sich am Ende jeder selber kümmern.
So.. Ich habe fertig, Wink
Tschüss...

Schlawi



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#5
Ja, eine Jura braucht gute Pflege und hält eben lange. Habe auch schon andere Modele gesehen, die mit Schimmel befallen waren, auch DeLonghi auf die Stellen wo man nicht sieht. Eine Nivona, die nach 6000 Bezüge kaputt gegangen war, Schuld war für mich eine „Soll Bruchstelle“. Jede soll das nehmen, was ihm gefällt.
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#6
Ich hab gerade versucht, so vorsichtig wie irgend möglich, die Häkchen zu erwärmen und zu biegen. Zwei sind dabei abgebrochen, die Brühgruppe Schrott. Ursache ist wohl, dass der Kunststoff über die Jahre hinweg stark versprödet ist und Biegungen auch nach genügender Erwärmung nicht mehr verkraftet.
Ich habe eines der Häkchen sogar so stark erwärmt, dass die Oberfläche des Kunststoff leicht glänzend wurde. Mehr Erwärmung führt sicher zur thermischen Zerstörung.

Angesichts des Alters der Maschine muss ich mich entscheiden, ob ich in eine neue Brühgruppe investiere oder doch lieber eine neue Maschine (z.B. DeLonghi Magnifica EVO mit 7 Getränken)) anschaffe. So was gibt es zurzeit bei Kleinanzeigen.de für um die 240 Euro.
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#7
Keine Ahnung was du da machst. Ich habe schon an Zig Brüheinheiten die Nasen nach gebogen, abgebrochen ist die noch an keiner.
Ich nehm da immer einen Schraubendreher, biege sie vorsichtig nach außen und erwärme sie mit einem Föhn. Hab aber auch schon Feuerzeug genommen. Da muss man halt aufpassen.

Aus welcher Ecke kommst du denn? Hab hier genug Brüheinheiten liegen.
Tschüss...

Schlawi



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#8
Ich hab versäumt zu sagen, dass ich an der alten, bereits defekten Brühgruppe "geübt" hatte, die Häkchen zu verbiegen. Die Brühgruppe in der F50 ist noch OK und die Häkchen "leben" noch.

Soeben habe ich die Brühgruppe wieder ausgebaut und den nicht funktionierenden Bewegungsablauf in drei Bildern festgehalten. Daraus und aus meinen Beobachtungen ergibt sich nun:

1. Es liegt gar nicht an den Häkchen! Der Bewegungsablauf blockiert an ganz anderer Stelle. 

2. Immer wenn der obere und untere Kolben ganz nach oben gefahren sind und die beiden Hebel mit den Rollenlagern von der vertikalen Bewegung in eine horizontale Richtung schwenken sollten, hängt der Bewegungsablauf fest.

Das ist genau die Position, wo der untere Kolben den höchsten Punkt erreicht hat und so hoch steht, sodass er nur noch leicht gepresst am Rahmen / Durchlass der Brühgruppe hindurch kann.

3. Wenn ich kurz vor Beginn der horizontalen Bewegungsrichtung einen horizontalen Druck auf den ganzen Mechanismus mit dem unteren Kolben ausübe, schwenkt die Mechanik korrekt in die horizontale Bewegung, aber über erheblichen Widerstand hinweg. (Bild 2) 
Der Widerstand nimmt ab, je mehr der untere Kolben unter dem Rahmen der Brühgruppe hervor kommt. (Bild 3)

4. Wenn ich beim Schwenkvorgang nachhelfe, der an der obersten Position erfolgen sollte, funktionieren alle Häkchen genau wie sie sollten. Man hört deutlich das Einrasten, wenn die Gleitlager die Häkchen passiert haben und eine Rückwärtsbewegung gegen die Häkchen ist gewiss nicht möglich.

Es scheint so, als ob der untere Kolben vor Beginn der Schwenkbewegung zu weit nach oben kommt und dadurch so blockiert wird, dass er nicht mehr in den horizontalen Bewegungsablauf kommen kann.

Auch bei sorgfältigster Prüfung aller Kunststoff-Führungen für die Gleitlager und dem Durchlass für den unteren Kolben im Rahmen der Brühgruppe habe ich keinerlei Verschleiß oder Unstimmigkeiten feststellen können. Auch meine Montage ist 100% der Video-Anleitung gemäß ausgeführt.

Seit 2011 habe ich insgesamt vier Jura-Maschinen bei ebay ersteigert und wieder erfolgreich Instand gesetzt. Niemals hatte ich diese Probleme mit der Brühgruppe! Zwei Maschinen habe ich damals verschenkt. Später wurde die F50 defekt -> Häkchen abgebrochen. Die stand dann als "Ersatzteilspender herum. Im Dezember ist dann die E45 ausgefallen, weil der untere Kolben blockiert hat und der Motor es geschafft hat, eine der beiden Hebel mit den Gleitlagern abzubrechen.
Daraufhin habe ich die F45 als Ersatzteilspender genutzt, um die F50 wieder herzurichten.
Das heißt, dass der Teil der Brühgruppe mit den Häkchen (der Rahmen) von der E45 stammt und die anderen Teile der Brühgruppe von der F50. Da die Brühgruppen der E- und F-Serie baugleich sind, dürfte es nicht daran liegen.


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#9
Hi, da ist der untere Kolben nicht richtig im Getriebe.
Auf Seite 18 und 19 in dieser Anleitung auch gezeigt.
https://www.juraprofi.de/anleitungen/Rep...utomat.pdf

Zudem gehört an die Kurvenbahn kein Fett. Nur Dichtringe und an den Steg auf Seite 26 gezeigt. Da wird es an die Nut in dem Außenteil angebracht. Das mache ich immer am Gehäuse an der Stelle, in der die Nut fährt.
Tschüss...

Schlawi



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#10
Ich danke dir erstmal herzlich für dein Engagement hier im Forum und für deine Antworten auf meine Schwierigkeit mit der Brühgruppe.

Ich weiß, dass die Gleitbahnen normaler Weise nicht gefettet werden. Aber nach den von mir beschriebenen Schwierigkeiten dachte ich, ich versuch's mal damit.

Danke auch für den Link zu der gedruckten Anleitung. Das Detail, wie der untere Kolben wieder eingesetzt wird, ist im Video so nicht vorhanden. Aber ich bin mir sicher, dass ich den Kolben genau auf diese Weise eingesetzt habe und ihn bis zum tiefsten Punkt seiner Bewegungsmöglichkeit hinein gedrückt habe. Und bei der weiteren Montage habe ich darauf geachtet, dass der in dieser Position blieb.
Daher verstehe ich nicht, wieso der Kolben an der höchsten Stelle seines Bewegungsablaufs anscheinend zu hoch heraus kommt.

Bei der defekten E45 lag vermutlich das gleiche Problem vor, weil der Motor über die Mechanik mit aller Kraft derart stark den unteren Kolben herunter bewegen wollte, dass eine der beiden seitlichen Kunststoffzungen abgebrochen ist. Zuvor ist die E45 aber über ein Jahr lang problemlos gelaufen.
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#11
Ich kann dir nur sagen was ich hier sehe.
Mit passiert es selber ab und zu das ich den unteren Kolben nicht richtig einsetze. Allerdings springt er dann meistens alleine raus wenn man die Brüheinheit von Hand testet.
Es kann auch sein das der untere Kolben gebrochen ist. Löst sich ab und zu auch von der Zahnstange.
Ansonsten kann es halt auch ein Fehler an der Maschine sein.
Tschüss...

Schlawi



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#12
Hurra, sie läuft wieder! Ich danke dir für deine Geduld in dieser Diskussion.

Ursache war, dass ich tatsächlich den unteren Kolben beim Einsetzen in die Zahnradreihe nicht bis absolut ganz nach unten gedrückt hatte, bis der gezahnte Steg des Kolbens mit seinem Ende an den Anschlag stößt.
Hier fehlt IMHO diese kleine Zusatz-Info bzw. eine klarere Erklärung dieses Details, entweder in dem PDF oder in der Video-Anleitung.
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#13
Na, dann ist das auch gelöst. Wink
Welches Video? Im PDF ist es eigentlich schon recht gut erklärt.
Tschüss...

Schlawi



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